Alicante ist die Hauptstadt der Costa Blanca und vor allem eins: eine echte Stadt. Hier leben rund 350.000 Menschen das ganze Jahr, mit Universität, Märkten, Museen und einem langen Festkalender. Und trotzdem ist es vom Café bis ins Meer nur ein kurzer Spaziergang.
Santa Bárbara: die Stadt von oben

Auf dem 166 Meter hohen Benacantil steht eine der größten mittelalterlichen Festungen Spaniens. Drei Ebenen aus drei Epochen liegen übereinander: oben die Reste aus dem 14. Jahrhundert, darunter die Anlagen des 16. Jahrhunderts mit Felipe-II-Saal und Waffenhof, ganz unten der Teil aus dem 18. Jahrhundert.



Am bequemsten geht es mit dem Aufzug gegenüber dem Postiguet-Strand nach oben. Zu Fuß führt der Weg durch den Parque de la Ereta. Oben lohnt der Blick über die Bucht; das Stadtmuseum MUSA in der Burg ist kostenlos. Der Eintritt in die Burg ist frei, der Aufzug kostet 2,70 Euro (Stand November 2026). Mit dem eigenen Auto kommen Sie nicht hinauf: Die Zufahrt ist Taxis, Minibussen und Dienstfahrzeugen vorbehalten. Planen Sie mindestens ein bis zwei Stunden ein.
Nehmen Sie den Aufzug hinauf und gehen Sie zu Fuß hinunter: So führt Sie der Weg ganz von selbst ins Viertel Santa Cruz.
Santa Cruz, Altstadt und Explanada
Direkt unter der Burg liegt Santa Cruz, das älteste und bunteste Viertel: steile Gassen, Treppen, Blumentöpfe an den Fassaden. Vom Mirador neben der Ermita sehen Sie Altstadt, Hafen und Meer. Im Frühjahr schmücken die Nachbarn die Straßen zum Fest der Maikreuze.





Ein paar Schritte weiter stehen die zwei großen Kirchen der Altstadt: die gotische Basilika Santa María, die älteste Kirche der Stadt, auf den Resten einer Moschee errichtet, und die Concatedral de San Nicolás mit ihrer blauen Kuppel.
Am Rathausplatz zeigt sich Alicante von seiner festlichen Seite. Das barocke Rathaus stammt aus dem 18. Jahrhundert. Auf seiner Treppe liegt die „Cota Cero“, der Punkt, von dem aus in Spanien die Höhe über dem Meeresspiegel gemessen wird.

Dann öffnet sich die Stadt zum Hafen: Die Explanada de España ist Alicantes Wohnzimmer, ein Palmenboulevard, dessen mehr als sechs Millionen Marmorsteine die Wellen des Meeres nachbilden. An ihrem Ende steht die prächtige Casa Carbonell. Wer weitergeht, erreicht am Levante-Kai den Paseo Volado, eine 350 Meter lange, erhöhte Promenade mit Blick auf Stadt und Bucht, besonders schön bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.
Mitten im Zentrum überrascht die Calle San Francisco, genannt Calle de las Setas: Seit 2013 stehen in der Fußgängerzone riesige Pilzfiguren. Für ein Foto ohne Gedränge kommen Sie am besten früh am Morgen.
Unser Rundgang
- Barrio de Santa Cruz: von oben durch die Gassen hinab.
- Basilika Santa María und San Nicolás: die beiden großen Kirchen der Altstadt.
- Rathausplatz und Rambla: das Zentrum von heute.
- Explanada: unter Palmen bis zur Casa Carbonell.
Vom Stadtstrand bis zur Bucht
Alicante bietet Strände für jeden Tag: feinen Sand mitten in der Stadt, einen langen Strand im Norden und felsige Buchten dazwischen. Die großen Strände sind in der Saison gut ausgestattet und teils barrierefrei zugänglich, mehrere tragen die Blaue Flagge. Hunde dürfen nur vom 1. November bis 1. März auf den Sand; für die Sommersaison gibt es am Strand Agua Amarga ein eigenes Angebot für Hunde.

Vier Favoriten – vom Zentrum zur Insel

Rund 900 Meter feiner Sand direkt unter der Burg, wenige Schritte von der Explanada. Praktisch, aber im Sommer und am Wochenende voll.
Foto: kallerna · CC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons
Kleine Buchten wie La Palmera mit ihrem Leuchtturm, Cantalares und Los Judíos – ideal zum Schnorcheln und für einen ruhigeren Tag.
Foto: Kasiber · Public domain / Wikimedia Commons
Rund 2,9 Kilometer breiter, feiner Sandstrand mit Sportflächen, Restaurants und viel Platz. Mit der Straßenbahn gut erreichbar.
Foto: Zarateman · CC0 / Wikimedia Commons
Klares Wasser in der Meeresreserve, kleine Buchten und ein Strand am Inselort. Mehr dazu im nächsten Kapitel.
Foto: Susana Romero · CC BY-SA 4.0 / Wikimedia CommonsRuhiger als am Postiguet ist es an den Stränden Albufereta und Almadraba. An der Almadraba sind die Sonnenuntergänge besonders schön, und ein neuer Küstenpark mit Holzstegen führt dort an den Resten einer römischen Villa vorbei. An dieser Stelle wurde die „Venus von Alicante“ gefunden, ein Marmorkopf aus der Römerzeit. Rund fünf Kilometer südlich des Zentrums liegt außerdem der weite Strand Saladar-Urbanova.
Tabarca: ein Tag auf der Insel
Rund eine Stunde dauert die Bootsfahrt ab dem Hafen von Alicante. Tabarca ist etwa 1.800 Meter lang, nur rund 400 Meter breit und die einzige bewohnte Insel der Region. Das Wasser rundherum ist Meeresreserve und zählt zu den besten Schnorchelrevieren der Küste. Boote fahren auch ab Santa Pola und Benidorm; außerhalb der Saison erreichen Sie die Insel von Santa Pola aus. Für den Ausflug von Alicante rechnet das Tourismusamt mit rund sechs Stunden einschließlich der Fahrt.


Im 18. Jahrhundert ließ Karl III. die frühere Piratenbasis befestigen und siedelte dort genuesische Fischerfamilien an, die zuvor in der tunesischen Stadt Tabarka gefangen gehalten worden waren. Die Stadtmauern stehen heute unter Denkmalschutz, ein kleines Museum erzählt die Geschichte der Insel. Probieren Sie das Inselgericht Caldero, und prüfen Sie vorab die Abfahrtszeiten – sie wechseln je nach Saison.

Tabarca lässt sich auch über Nacht erleben: Auf der Insel gibt es Unterkünfte, und Punta Falcón ist das erste Starlight-Gebiet der Provinz, mit wenig Lichtverschmutzung und klarem Blick auf die Milchstraße.
Nehmen Sie zum Schnorcheln eine Boje mit, die Ihre Position markiert, und achten Sie besonders im Sommer auf Boote. Bei trübem oder unruhigem Wasser bleiben Sie besser draußen.
Der Palmengarten und die grünen Plätze der Stadt
Der Palmengarten von Alicante ist der Parque El Palmeral an der Avenida de Elche: mehr als 7.000 Palmen zwischen Seen, Holzbrücken und einem Wasserfall, mit Blick aufs Meer. Der 1997 eröffnete Park wurde bis 2025 für rund 1,3 Millionen Euro erneuert. Dazu kamen neue Spielplätze, Picknickplätze mit Pergolen und eine Pumptrack-Bahn; auf dem See gibt es Boote.



Der Eintritt ist frei. Laut Aushang am Eingang ist von November bis März von 9 bis 22 Uhr geöffnet, von April bis Oktober von 9 bis 23 Uhr. Picknicken ist erlaubt, Hunde sind es nicht.
Auch näher am Zentrum gibt es viel Schatten. Der Parque de Canalejas gegenüber dem Yachthafen ist der älteste Park der Stadt, einige seiner Ficus-Bäume sind über hundert Jahre alt. Die kleine Plaza Portal de Elche mit Ficus und Cafés war bis 1810 Richtplatz. An der Plaza Gabriel Miró steht zwischen alten Bäumen der Brunnen „La Aguadora“.
Zum Spazieren mit Aussicht eignen sich die barrierearme, 1,2 Kilometer lange Grüne Route La Cantera auf der alten Bahntrasse an der Küste und der Monte Tossal mit der Burg San Fernando, von der Sie hinüber zur Santa Bárbara blicken.
Museen, Römer und das Feuer von San Juan
Das Archäologiemuseum MARQ ist das bekannteste Museum der Stadt. Das MACA zeigt in einem Gebäude aus dem 17. Jahrhundert Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, darunter Werke von Picasso, Dalí und Miró aus der Sammlung von Eusebio Sempere. Dazu kommen das Kunstmuseum MUBAG in einem Stadtpalast, das Museum zur Segelregatta The Ocean Race, das Kulturzentrum Las Cigarreras in der früheren Tabakfabrik und die römische Ausgrabung Lucentum. Bei Regen oder im Winter ist das eine gute Alternative zum Strand.



Der Höhepunkt des Jahres sind die Hogueras de San Juan vom 20. bis 24. Juni, ein Fest von internationalem touristischem Interesse. Bis zu zwölf Meter hohe Figuren stehen dann in der ganzen Stadt, täglich um 14 Uhr knallt die Mascletà auf der Plaza de los Luceros. In der Nacht des 24. Juni gehen die Kunstwerke in Flammen auf, auch auf dem Rathausplatz; danach folgt bis zum 29. Juni ein Feuerwerkswettbewerb am Strand. Einen Eindruck gibt das ganze Jahr über das Museum der Hogueras mit den vom Feuer verschonten Figuren.

Die Stadt des Reises

Alicante versteht sich als Stadt des Reises: Olivenöl, Safran, Ñora-Paprika und frische Zutaten aus Meer und Garten prägen die Gerichte. Dazu kommen rote Garnelen, gesalzener Fisch wie Mojama und zu den Hogueras die herzhafte Coca amb tonyina. Im Winter kommen Löffelgerichte wie die Olleta alicantina aus Linsen, Bohnen, Reis und Gemüse auf den Tisch.



Der 1921 eröffnete Mercado Central mit seiner eklektischen Fassade ist die beste Adresse für Fisch, Obst und Tapas zwischendurch. Dahinter erinnert die Plaza 25 de Mayo an die Opfer des Bombenangriffs auf den Markt von 1938. Zum Mitnehmen eignet sich Turrón aus Alicante: Die geschützte Herkunft verlangt mindestens 60 % Mandeln und 10 % Honig. Dazu passt ein Wein der Herkunftsbezeichnung Alicante, etwa ein kräftiger Monastrell.
Alicante an einem Tag erleben
- 09:30Hinauf zur Burg
Mit dem Aufzug nach oben, solange es kühl ist.
- 11:30Durch Santa Cruz
Zu Fuß hinunter durch die Gassen und vorbei an den Kirchen.
- 13:30Markt oder Tapas
Rund um den Mercado Central oder im Altstadtviertel.
- 15:30Strand oder Museum
Postiguet für eine Pause am Meer, das MARQ bei schlechtem Wetter.
- 19:00Explanada
Abendspaziergang unter Palmen und weiter zum Paseo Volado am Hafen.

Ausflüge in die Umgebung
Alicante ist auch ein guter Ausgangspunkt für die Region, mit dem Auto oder teils mit Straßenbahn und Zug.
Der Palmenhain Palmeral gehört zum UNESCO-Welterbe.
Hafen, Salinen und Strände, außerdem eine weitere Bootsverbindung nach Tabarca.
Eindrucksvolle Tropfsteinhöhle bei Busot in den Bergen.
Die Heimat des Turrón, mit Museum und Herstellern.
Hier wird die Veronika-Reliquie aufbewahrt, Ziel einer großen jährlichen Wallfahrt aus Alicante.
Die modernistische Wallfahrtskirche Santa María Magdalena auf einem Hügel wird wegen ihrer Formen „kleine Sagrada Familia“ genannt.
Viele Direktflüge nach Mittel- und Osteuropa.
Schöne Stadt. Aber auch der richtige Wohnort?
Alicante ist eine der wenigen Orte an der Küste, an denen auch im Januar alles geöffnet hat. Flughafen, Ärzte, Geschäfte und Nahverkehr machen den Alltag einfach, oft auch ohne Auto. Dafür zählen hier andere Fragen: Wie laut ist die Straße am Abend? Wo parken Sie? Und welches Viertel passt zu Ihrem Alltag: Zentrum, Strand oder Stadtrand?
Besonders interessant ist Alicante derzeit für Eigennutzung und Langzeitvermietung. Für Ferienvermietung gilt in der Stadt seit dem 13. Januar 2025 eine Moratorie, die im Februar 2026 gerichtlich bestätigt wurde und längstens bis Januar 2027 läuft (Stand Oktober 2026).
Erst das Viertel verstehen. Dann die Immobilie auswählen.
CASA READY ist nicht an einen einzelnen Bauträger gebunden. Wir vergleichen Optionen, sprechen über Alltag und laufende Kosten und begleiten auf Wunsch auch Einrichtung und Betreuung.
Mit CASA READY sprechen ↗- Viertel zu verschiedenen Tageszeiten besuchen
- Lärm, Parken und Nachbarschaft prüfen
- Lizenzlage und Regeln der Gemeinschaft klären
- Wege zu Strand, Arzt und Flughafen testen
Häufig gefragt
Wie viele Tage braucht man für Alicante?
Ein Tag reicht für Burg, Altstadt und Explanada. Mit zwei bis drei Tagen schaffen Sie auch Strand, Museen und Tabarca.
Wann ist die beste Reisezeit?
Das Tourismusamt nennt über 320 Sonnentage im Jahr und 18 Grad im Jahresmittel. Frühling und Herbst sind angenehm, im September und Oktober kann es aber auch kräftig regnen. Im Juni sind die Hogueras ein Erlebnis, dann ist die Stadt aber voll und Unterkünfte sind früh gebucht.
Gibt es in Alicante einen Palmengarten?
Ja, den Parque El Palmeral an der Avenida de Elche, mit mehr als 7.000 Palmen, Seen und einem Wasserfall. Der Eintritt ist frei. Der Palmenhain mit UNESCO-Welterbe-Status liegt dagegen in Elche.
Ist Alicante ein guter Ort für einen Zweitwohnsitz?
Das passt gut, wenn Sie Stadtleben, ganzjährige Angebote und einen nahen Flughafen schätzen. Prüfen Sie das Viertel persönlich.
Darf ich eine Wohnung in Alicante touristisch vermieten?
Derzeit gilt eine Moratorie (Stand Oktober 2026). Vor einem Kauf prüfen wir die aktuelle Lage bei der Stadt.



